Zum Tag der Demokratiegeschichte - Ausstellung „Wege zum Frieden“ in Freyburg eröffnet Gemeinsam für Frieden, Freiheit und Demokratie
Anlässlich des bundesweiten Tages der Demokratiegeschichte wurde am 18. März 2026 in der Jahn-Ehrenhalle in Freyburg (Unstrut) die Ausstellung „Wege zum Frieden. Kriegsfolgen und Friedensprozesse“ feierlich eröffnet. Mit der gemeinsamen Veranstaltung setzten das Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Sachsen-Anhalt, ein Zeichen für Erinnerung, demokratische Verantwortung und friedliches Zusammenleben.
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten Dr. Norma Henkel und Dr. Gerlinde Rohr im Namen der Friedrich-Ludwig-Jahn-Gesellschaft und des Museums die Gäste. Für die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt unterstrich Direktor Maik Reichel die Bedeutung des neu geschaffenen Aktionstages für die demokratische Kultur und das gesellschaftliche Engagement.
Für den Volksbund sprach Landesvorsitzender Andreas Arnsfeld. Er erinnerte daran, dass Frieden und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten seien, sondern immer wieder neu verteidigt und gestaltet werden müssten. Die Ausstellung greife genau diese Frage auf, indem sie die Folgen von Krieg und die Voraussetzungen für gelingende Friedensprozesse in den Blick nehme.
Frieden als Auftrag aus der Geschichte
Die Ausstellung „Wege zum Frieden“ zeigt, welche tiefgreifenden Auswirkungen Kriege auf Gesellschaften und einzelne Menschen haben und wie nach gewaltsamen Konflikten Versöhnung, Verständigung und friedliches Zusammenleben entstehen können. Dass dieses Thema aktueller denn je ist, zeigte sich auch in den Gesprächen des Abends. Die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit wird heute von neuen Kriegen und internationalen Krisen begleitet. Umso wichtiger bleibt die Auseinandersetzung mit den historischen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts und ihren Lehren für die Gegenwart.
Besondere Akzente erhielt die Eröffnung durch die Einbindung der Ausstellung „Der weite Sprung. Die Sportlegenden Luz Long und Jesse Owens“, die bereits im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig gezeigt wurde. Die Beschäftigung mit den beiden Sportlern eröffnete zusätzliche Perspektiven auf Fairness, Menschlichkeit und den Mut, gesellschaftliche Grenzen zu überwinden.
Schülerinnen und Schüler gestalten Friedenskacheln
Bereits am Vormittag hatten Schülerinnen und Schüler der Freyburger Sekundarschule „Friedrich Ludwig Jahn“ aktiv an einem Workshop zum Projekt Peace Monument „Floris Pax“ teilgenommen. Dabei gestalteten sie eigene Friedenskacheln und setzten sich kreativ mit ihren Vorstellungen von Frieden und Zusammenleben auseinander.
Die entstandenen Kacheln werden Teil des entstehenden Friedensmonuments „Floris Pax“, das vom Volksbund Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem Magdeburger Künstler Marcus Barwitzki entwickelt wird und Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe miteinander ins Gespräch bringen soll.
Im Gedenken an Rüdiger Erben
Die Veranstaltung stand zugleich im Zeichen des Andenkens an den im Januar 2026 unerwartet verstorbenen Landtagsabgeordneten und langjährigen Landesvorsitzenden des Volksbundes Sachsen-Anhalt, Rüdiger Erben. Erben hatte die Ausstellung in der Jahn-Ehrenhalle anlässlich des Tages der Demokratiegeschichte initiiert und sich über viele Jahre mit großem Engagement für die historisch-politische Bildungsarbeit des Volksbundes sowie für die Arbeit des Friedrich-Ludwig-Jahn-Museums eingesetzt. Mit der Ausstellungseröffnung wurde damit nicht nur ein Beitrag zum Tag der Demokratiegeschichte geleistet, sondern zugleich an einen Menschen erinnert, der sich in besonderer Weise für Demokratie, Erinnerungskultur und Friedensarbeit in Sachsen-Anhalt eingesetzt hat.
Demokratie braucht Erinnerung
Seit 2019 gehört das Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum zur bundesweiten Initiative „Orte der Demokratiegeschichte“. Mit dem erstmals bundesweit ausgerichteten Aktionszeitraum zum Tag der Demokratiegeschichte, der unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht, erhält dieses Anliegen zusätzliche Sichtbarkeit.
Die Ausstellung „Wege zum Frieden“ lädt dazu ein, sich mit den Folgen von Krieg auseinanderzusetzen, die Bedeutung demokratischer Werte zu reflektieren und über die Voraussetzungen eines friedlichen Miteinanders nachzudenken. Damit greift sie zentrale Anliegen des Volksbundes auf: Erinnerung bewahren, Verantwortung übernehmen und Frieden gestalten.