Meldungen aus dem Landesverband

Volkstrauertag in besonderen Zeiten

Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag in Magdeburg

Zentrale Gedenkveranstaltung auf dem Westfriedhof in Magdeburg

Am Volkstrauertag gedenken bundesweit die Menschen der Toten von Gewalt und Krieg. In diesem Jahr allerdings, konnte vielerorts das Gedenken nicht wie gewohnt stattfinden. Dennoch wurden an verschiedenen Orten in Magdeburg Gedenkveranstaltung im kleinen Rahmen durchgeführt.

Die erste Veranstaltung im Rahmen des Volkstrauertages war das Gedenken an die jüdischen Opfer des Ersten Weltkrieges. Der Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht, der Vorstandsvorsitzende der Synagogengemeinde zu Magdeburg, Wadim Laiter, und der Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen-Anhalt im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Dieter Steinecke, haben am Vormittag des 13. November 2020 einen Kranz am Gräberfeld für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf dem jüdischen Friedhof in Magdeburg niedergelegt und der Gefallenen gedacht. Dieter Steinecke sprach ein Gebet und bat anschließend alle Beteiligten, in einer Schweigeminute den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken.

Am Samstag den 14. November 2020 haben Dieter Steinecke, sowie der Vorsitzende des Kreisverbandes Magdeburg, Andreas Arnsfeld, Kränze auf dem Gräberfeld „Vereinte Nationen“ auf dem Friedhof Westerhüsen, dem Neustädter Friedhof sowie auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof im Nordpark in Magdeburg niedergelegt und der Toten gedacht.

Aufgrund der Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der aktuellen Pandemiesituation, musste die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Landtag abgesagt werden. Auch die jährlich vielbesuchte zentrale Kranzniederlegung auf dem Magdeburger Westfriedhof musste nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Aber ein würdiges Gedenken fand dennoch statt.

Stellevertretend für alle hat die Präsidentin des Landtages, Frau Gabriele Brakebusch, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Herr Dieter Steinecke, am 15. November 2020, in einer stillen Zeremonie auf dem Westfriedhof der Kriegstoten gedacht und Kränze am Gräberfeld für die Opfer der Zerstörung Magdeburgs niedergelegt, als Sinnbild dafür, dass das Leben im Zeichen der Hoffnung und des Friedens steht, wie es im traditionell vorgetragenen Totengedenken heißt.

Landtagspräsidentin Brakebusch fordert in diesem Gedenken Achtsamkeit und aktives Handeln jedes Einzelnen, um auch in Zukunft Frieden und Freiheit zu bewahren. „Auch in der heutigen Zeit ist es gleichwohl nicht selbstverständlich, in einem Staat zu leben, der über eine demokratische Verfassung und rechtsstaatliche Ordnung verfügt. Denn die politische Lage in zahlreichen Ländern ist weiter instabil, Konfliktherde bestehen. Politische Stabilität und Verlässlichkeit und Entmilitarisierung bleiben bedeutsam. Der heutige Tag und die vielfältigen Worte des Gedenkens machen die Geschichte lebendig, wir halten für einen Moment inne“, so Brakebusch. „Entscheidend jedoch, dass wir in Zukunft weiterhin in Frieden und Freiheit leben können, sind unsere Achtsamkeit und unser Handeln. Wir sind gefordert, für unsere freiheitliche Demokratie und Rechtsstaatlichkeit jeden Tag aufs Neue aktiv zu werben und dafür einzutreten. Denn sie sind uns nicht ohne weiteres und für immer gegeben.“

Ebenfalls wurde der Gedenkkranz mit Friedensblüten auf Vergißmeinnicht-Blüten niedergelegt. Das Vergissmeinnicht ist die Symbolblume für das Gedenken an die Kriegstoten in Deutschland. Auch Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Magdeburg machten bei der Aktion mit und haben jeweils auf einer Blüte ihrer Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden Ausdruck gegeben. Darüber hinaus haben sich Vertreter von Politik und Zivilgesellschaft mit Friedensbotschaften verewigt.

Das Gedenken zum Volkstrauertag des Jahres 2020 sollte mit Blick auf das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren, die Ambivalenz des Jahres 1945 wiederspiegeln. Einerseits das Kriegsende und die damit einhergehende Befreiung vom Nationalsozialismus. Andererseits die Erinnerung an die Zerstörung Magdeburgs durch die Bombenangriffe der Alliierten, vor allem am 16. Januar 1945.

Dieter Steinecke sprach das Gebet der Vereinten Nationen und die Landtagspräsidentin sprach das Totengedenken. Eine Schweigeminute beendete dieses stille Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Wir hoffen, dass dieser ganz spezielle Volkstrauertag unter Ausschluss der Öffentlichkeit, einmalig bleiben wird und wir im nächsten Jahr wieder gemeinsam der Toten gedenken können.

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