Es ist am frühen Morgen als Joachim Kozlowski in seiner Funktion als Umbetter des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die letzten sterblichen Überreste eines polnischen Zwangsarbeiters aus seinem bisherigen Waldgrab in Fienerode (Genthin) birgt. Für 83 Jahre hatte dort ein anonymer „polnischer Staatsbürger“ gelegen.
Viele Jahrzehnte später haben nun die Recherchen von zwei Heimatforschern dazu beigetragen, den bisher namentlich unbekannten Kriegstoten aus dem Zweiten Weltkrieg zu identifizieren: Josef Rewut. Der damals 29-Jährige wurde im August 1942 in einem nahegelegenen Waldstück exekutiert. Weitere Nachforschungen sollen nun Aufschluss über das Leben des Toten geben.
Um auch für Josef Rewut eine würdevolle letzte Ruhestätte zu gewährleisten, sein Schicksal anzuerkennen und an dieses zu erinnern, fand am 7. Mai 2025 eine Gedenkveranstaltung statt. Die Umbettung auf dem Friedhof in Fienerode begleiteten u.a. die Innenministerin von Sachsen-Anhalt Dr. Tamara Zieschang, der Landesvorsitzende des Volksbundes Rüdiger Erben, die Landtagsabgeordnete Elrid Pasbrig, der Landrat Steffen Burchhardt und die Genthiner Bürgermeisterin Dagmar Turian.
Auch im Jahr 2025 – also 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges – ist der würdevolle Umgang mit den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft ein zentrales Anliegen des Volksbundes und aktueller denn je. So führt der Verein im Auftrag der Bundesregierung ca. 11.000 Umbettungen im In- und Ausland durch: Jedes Jahr!
Das „dauerhafte Ruherecht“ welches für Kriegsgräber gilt, garantiert den Erhalt von diesen über Generationen hinweg. Gleichzeitig braucht es – auch angesichts aktueller Krisen und Kriege – die Vermittlung von Hintergrundwissen. Durch seine Erinnerungs- und Bildungsarbeit, die der Volksbund leistet, sensibilisiert er für die Folgen von Krieg, Gewalt, Nationalismus und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Um diese zukünftig zu verhindern.
Hinter jedem Namen steht ein Menschenleben; hinter jedem Menschen steht ein Schicksal.