Mit einer Rose für die Erinnerung: Studienfahrt führt Lehrkräfte und Multiplikatoren nach Tschechien
Fünf Tage lang setzten sich 20 Lehrkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus Sachsen-Anhalt intensiv mit der Geschichte der Tschechischen Republik sowie den Folgen von Krieg, Gewalt und Vertreibung auseinander. Ein besonderer Moment war die Pflanzung eines Rosenstocks durch Landesvorsitzenden Rüdiger Erben in der Gedenkstätte Lidice.
Die Studienfahrt anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges wurde gemeinsam von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Sachsen-Anhalt, durchgeführt.
Das Fortbildungsangebot richtete sich an Lehrkräfte sowie weitere Akteure der historisch-politischen Bildung und verband fachliche Weiterbildung mit dem Besuch historischer Lernorte. Ziel war es, Impulse für die Bildungsarbeit zu geben und die deutsch-tschechische Geschichte anhand authentischer Orte erfahrbar zu machen.
Auf dem Programm standen zahlreiche Stationen, darunter Ústí nad Labem, Terezín (Theresienstadt), Prag, Lidice, Karlovy Vary und Cheb. Die Teilnehmenden besuchten Gedenkstätten, Museen und verschiedene historische Einrichtungen, die die komplexe Geschichte des Landes sowie die Auswirkungen von Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegszeit beleuchten.
Bereits zu Beginn der Reise erhielt die Gruppe im Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem Einblicke in die Geschichte der Region. Weitere Stationen führten unter anderem in die Gedenkstätte Theresienstadt sowie zu verschiedenen Kriegsgräberstätten, an denen die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft bis heute bewahrt wird.
Ein besonders bewegender Moment der Studienfahrt war der Besuch der Gedenkstätte Lidice. Das Dorf wurde 1942 nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich von den Nationalsozialisten zerstört, zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner wurden ermordet oder verschleppt. Im Rosengarten der Gedenkstätte fand eine kleine Gedenkzeremonie statt. Dabei pflanzte der Landesvorsitzende des Volksbundes Sachsen-Anhalt, Rüdiger Erben, einen Rosenstock als Zeichen des Erinnerns und der Verbundenheit.
Die Studienfahrt richtete den Blick jedoch nicht nur auf die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges. In Vorträgen und Gesprächen wurde auch diskutiert, welche Bedeutung historische Erfahrungen für aktuelle Konflikte und Friedensprozesse haben. Hier knüpfte der Volksbund an sein Bildungspaket „Wege zum Frieden – Kriegsfolgen und Friedensprozesse“ an. Landesgeschäftsführer Jan Scherschmidt und Bildungsreferent Martin Wöpke stellten den Teilnehmenden zudem die Bildungsarbeit und die vielfältigen Angebote des Volksbundes vor.
Der Volksbund Sachsen-Anhalt bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden sowie bei der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank gilt dem Direktor der Landeszentrale, Maik Reichel, der die Organisation der Studienfahrt maßgeblich begleitet hat.
Die große Resonanz der Teilnehmenden zeigt, wie wichtig Fortbildungsangebote an historischen Lernorten sind. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Erinnerung lebendig zu halten und die Auseinandersetzung mit Krieg, Gewalt und Frieden in Schule, Bildungsarbeit und Gesellschaft zu fördern.