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Meldungen aus dem Landesverband Sachsen-Anhalt
Meldungen aus dem Landesverband Sachsen-Anhalt

Letzte Erinnerungsstücke von Werner Kraatz kehren nach Ysselsteyn zurück

Persönliche Gegenstände und Feldpostbriefe an Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte übergeben

Zu sehen sind zwei Hände, welche einander einen Wehrpass (Dokument mit Informationen zum Soldaten) übergeben. Die Aktion passiert an einem Tisch. Auf dem Wehrpass ist das Profilbild eines jungen Mannes erkennbar.

Der Wehrpass von Werner Kraatz ist nach wie vor im Original erhalten

Mitte April besuchte der Landesverband Sachsen-Anhalt die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte in Ysselsteyn (Niederlande). Landesgeschäftsführer Jan Scherschmidt überreichte dort persönliche Gegenstände sowie Feldpostbriefe des Kriegstoten Werner Kraatz, der gemeinsam mit mehr als 31.000 weiteren Toten des Zweiten Weltkrieges auf der Kriegsgräberstätte Ysselsteyn seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

Über viele Jahrzehnte hinweg waren diese Erinnerungsstücke im Besitz seiner Witwe geblieben. Nach ihrem Tod im vergangenen Jahr im Alter von 100 Jahren sollte der Nachlass in verantwortungsvolle Hände übergeben werden. Mit der Übergabe an die Bildungsstätte in Ysselsteyn kehren nun die letzten persönlichen Zeugnisse aus dem Leben von Werner Kraatz an den Ort zurück, an dem seiner gedacht wird.

Bedeutende Quellen für die historisch-politische Bildungsarbeit

Großes Interesse an den Dokumenten zeigten vor Ort insbesondere Jan Heemels, pädagogischer Mitarbeiter der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte, sowie die beiden Freiwilligen Matteo und Tobias, die derzeit in Ysselsteyn tätig sind. Die persönlichen Gegenstände und Briefe bieten einen unmittelbaren Einblick in das Leben eines Menschen, dessen Schicksal eng mit den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges verbunden ist. Künftig sollen die Erinnerungsstücke in die Bildungsarbeit der Einrichtung einfließen und jungen Menschen einen konkreten Zugang zu Geschichte ermöglichen.

Biografien machen Geschichte greifbar

Die Übergabe unterstreicht die Bedeutung von Biografien für die Bildungsarbeit des Volksbundes. Hinter jedem Namen auf einer Kriegsgräberstätte steht ein individuelles Leben, eine Familie und ein persönliches Schicksal. Durch die Erforschung und Vermittlung dieser Lebensgeschichten leistet der Volksbund einen wichtigen Beitrag zur historisch-politischen Bildung und zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Gerade persönliche Dokumente wie Feldpostbriefe ermöglichen besondere Einblicke in die Lebensrealitäten der damaligen Zeit und helfen dabei, historische Ereignisse aus einer menschlichen Perspektive zu betrachten und nachzuempfinden.

Geschichte digital entdecken: Audiowalk in Ysselsteyn

Wer die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn und die dort bewahrten Lebensgeschichten näher kennenlernen möchte, kann dies auch digital tun. Über die kostenlose App „Useeum“ steht ein Audiowalk zur Verfügung, der Besucherinnen und Besucher über das Gelände führt und zahlreiche Biografien vorstellt.

Der Audiowalk erzählt unter anderem die Geschichte von Karl Schipper und gibt Einblicke in die Schicksale hinter den Namen auf den Grabkreuzen. So werden historische Orte und persönliche Lebensgeschichten auf moderne Weise miteinander verbunden.

Unverzichtbare Arbeit der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten

Ein besonderer Dank gilt den engagierten Teams der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten des Volksbundes. Mit ihrer Arbeit tragen sie dazu bei, Geschichte lebendig zu vermitteln, internationale Begegnungen zu fördern und die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft für kommende Generationen zu bewahren.