Meldungen aus dem Landesverband

Kriegsgräberstätten vorgestellt

Teil 9: Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer des faschistischen Terrors in Dolle

Am Abend des 11. April 1945 schleppte sich ein Zug von Häftlingen aus dem KZ Mittelbau-Dora durch Dolle. Am nächsten Morgen wurden insgesamt 67 im Wald und nahe der Chausseeböschung am Ortsausgang in Richtung Stendal von der Wachmannschaft erschossene Häftlinge geborgen und in Massengräbern verscharrt. 13 der Opfer wurden von Dorfbewohnern auf dem Friedhof beerdigt. Später wurde hier ein Gedenkstein gesetzt.

1947 setzte sich der Landrat für eine würdige Sammelbestattung ein. Ein erster Gedenkstein mit der Inschrift: „Hier ruhen von der SS ermordete aufrechte Friedenskämpfer“ wurde am 13. September im Beisein zahlreicher Bewohner der Umgegend eingeweiht.

Nach Ausschreibung eines Wettbewerbs zur Gestaltung eines Mahnmals wurde 1951 der Entwurf des Magdeburger Architekten Rudolf Reichel realisiert. Am Ortsausgang, Magdeburger Straße, wurde ein etwa zehn Meter hoher Turm quadratischen Grundrisses aus dem roten Sandstein der Steinbrüche Nordgermersleben – unter Verwendung von Material eines 1934 von Gauleiter Loeper eingeweihten SA-Denkmals auf der gegenüberliegenden Straßenseite – errichtet. Davor umgrenzen zehn Pfeiler mit den Namen der größten Konzentrations- und Vernichtungslager einen Platz, zu dem flache Stufen führen.

Im Keller des von einem Oberlichtaufbau gekrönten Turmes werden die Gebeine der exhumierten Opfer bewahrt. Darüber befindet sich eine Opferschale und die Inschrift: „Den Toten zur Ehre / Den hier Ruhenden zum Gedenken / Den Lebenden zur Mahnung“. An die Stirnwand wurde in Lebensgröße die Gestalt eines Widerstandskämpfers eingemeißelt.

Sandstein-Reliefplatten an den vier Außenwänden gestalten Szenen aus Kampf, Verfolgung und Befreiung. Über dem Portal ist die Zeile „Ich bin, Ich war / Ich werde sein“ aus dem 1851 von Ferdinand Freiligrath verfassten Revolutionsgedicht angebracht.

Seit der Einweihung zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Faschismus am 10. September 1951 fanden hier alljährlich Kranzniederlegungen an Gedenk- und Feiertagen statt. 1970 und 2015 wurde das „Mahnmal der Namenlosen“ restauriert.

Inzwischen gehört das Todesmarschdenkmal Dolle zur Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und ist eine Außenstelle der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen.

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